Auf den Spuren der Artenvielfalt!

Auf den Spuren der Artenvielfalt!

Auf den Spuren der Lebewesen in unserem Garten

Wie kann man die Artenvielfalt erfassen, ohne Insekten zu fangen? Wissenschaft ganz einfach im Einsatz für den Hausgebrauch im eigenen Garten!

Viele Menschen gestalten ihre Gärten so, dass darin eine große Vielfalt an Pflanzen und Insekten Platz findet. Sie freuen sich über die eifrigen Hummeln, die schon im Frühjahr als erste durch den Garten brummen, und beobachten beglückt, welche Wildkräuter im „Wilden Eck” sprießen. Dieser Artenreichtum ist nicht nur schön anzusehen, sondern spielt auch eine wichtige Rolle für das Gleichgewicht der Natur. Pflanzen (und ihre Überreste) bieten zahlreichen Tierarten Nahrung und Lebensraum. Umgekehrt sorgen Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge dafür, dass sich Pflanzen vermehren können, indem sie Pollen von einer Blüte zur nächsten transportieren. Dadurch wachsen mehr Blumen, Obst und Gemüse. Außerdem helfen andere Insekten, wie etwa die Larven von Flor- und Schwebfliegen oder Käfern, dabei, Schädlinge zu kontrollieren, indem sie beispielsweise Blattläuse fressen. Eine hohe Biodiversität macht den Garten insgesamt gesünder und stabiler, da viele verschiedene Arten unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Fällt eine Art aus, können andere ihre Funktion teilweise ausgleichen. Ein Garten mit vielen Insekten ist zudem oft lebendiger und schöner, da mehr Pflanzen blühen und verschiedene Tiere zu beobachten sind.

Schwieriger wird es, wenn man der Zahl der Arten, die sich bei einem finden, tatsächlich einmal auf den Grund gehen möchte. Klassischerweise werden dafür Insektenfallen aufgestellt, in denen die Tiere gefangen und anschließend von Spezialistinnen bestimmt werden. Auch für die Bestimmung vieler Pflanzenarten müssen diese gepflückt werden. Seit Neuestem geht das aber auch anders, ohne dass Tiere getötet werden müssen: Die Artenvielfalt von Blütenbesuchern kann auch anhand einer DNA-Analyse erfasst werden. Der DNA-Test „Insektenvielfalt” von Sinsoma beispielsweise fängt die winzigen DNA-Spuren ein, die Tiere auf Blüten hinterlassen. Immer wenn ein Insekt wie eine Biene, ein Schmetterling oder ein Käfer eine Blüte besucht, bleiben kleinste Teilchen von ihm zurück, zum Beispiel Speichel, Kot oder Hautschuppen. Diese enthalten das Erbgut der Tiere.

Für den DNA-Test „Insektenvielfalt” gibt es ein einfaches Kit zur Probenahme, das sich online bestellen lässt. Für die Analyse werden Blütenköpfe gesammelt und mit Wasser gewaschen. Anschließend wird das Waschwasser gefiltert, sodass sich die Spuren der Tiere auf dem Filterpapier sammeln. Diese Probe wird ins Labor geschickt, wo die DNA der verschiedenen Blütenbesucher aus der Mischung herausgelöst wird. In einer sogenannten PCR-Maschine wird die vorhandene DNA stark vervielfältigt, damit sie besser untersucht werden kann. Im nächsten Schritt wird die DNA gelesen und mit Datenbanken abgeglichen. So lässt sich bestimmen, von welchen Arten diese stammt und welche Tiere eine Blüte besucht haben, selbst solche, die man gar nicht direkt beobachten konnte. Die Methode ist deshalb sehr praktisch, um die Vielfalt der Blütenbesucher sichtbar zu machen. Als Ergebnis erhält man einen umfassenden Bericht mit Erklärungen und Bildern zu den vorkommenden Arten, der Gartenbesitzer:innen und Besucher:innen gleichermaßen in Staunen versetzen wird. Für den DNA-Test Insektenvielfalt hat die Firma Sinsoma sogar den European Award for Ecological Gardening 2025 in der Kategorie Innovation erhalten, einen renommierten Preis von Natur im Garten International.

Ähnlich funktioniert es, wenn man die Artenvielfalt von Amphibien oder wasserlebenden Insekten wie Libellen im eigenen Gartenteich erfassen möchte. Dazu wird eine Probe des Teichwassers entnommen, gefiltert und die DNA der Tiere im Labor in Völs analysiert. So erfährt man, welche Molch-, Frosch- und Insektenarten sich im Gewässer tummeln. Wenn man möchte, könnte man sogar nachschauen, ob in der Nacht etwa ein Igel oder Marder das Gewässer zum Trinken aufgesucht hat.

Dieses neue Verfahren bietet auch Hobbyimker:innen und Honigliebhaber:innen spannende Möglichkeiten. Eine Analyse des Honigs (DNA-Trachtanalyse) verrät anhand der enthaltenen Pollen, welche Blüten die Bienen beim Sammeln des Nektars besucht haben. So lassen sich nicht nur die Zusammensetzung, sondern auch die Regionalität und Echtheit des Honigs nachweisen. Ein QR-Code zum Download ermöglicht es, diese Informationen auch für Konsument:innen sichtbar zu machen.

All diese Möglichkeiten zeigen, wie einfach und schonend es heute ist, die verborgene Vielfalt im eigenen Garten zu entdecken. Ohne Tiere zu stören oder Pflanzen zu entnehmen, kann man einen faszinierenden Einblick in das unsichtbare Leben gewinnen, das uns täglich umgibt. Der Garten wird so nicht nur zu einem Ort der Erholung, sondern auch zu einem kleinen Forschungsraum, in dem man die Natur besser verstehen und wertschätzen lernt.

Von Corinna Wallinger

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