Inhalte

Die Ausbildung erfolgt in Theorie und Praxis, damit eine möglichst wirkungsvolle Umsetzung der Lehrinhalte gewährleistet ist.

Allgemeine Anbauvoraussetzungen für den Obstbau

Die Möglichkeiten für den Obstbau aufgrund der natürlichen Standortbestimmungen durch Boden und Klima sind zu beachten. Die Funktion des Bodens als Lebensraum für die Wurzeln und die Vielzahl der Bodenlebewesen, als Nährstofflieferant und Wasserspeicher spielt eine wesentliche Rolle. Das Kennen lernen der klimatischen Anforderungen der Obstgehölze an Temperatur, Wind, Licht und Niederschlag ist besonders wichtig. Große Bedeutung haben die Besonderheiten der einzelnen Obstarten, die da sind: Kernobst, Steinobst, Beerenobst und Schalenobst. Die Auswahl der Obstarten und Obstsorten entsprechend den jeweiligen Standortbedingungen ist entscheidend für den Erfolg.

Pflanzung und Schnitt von Obstgehölzen

Die Kursteilnehmer lernen Unterlagen kennen, Trieb- und Knospenformen sowie deren Funktion für die einzelnen Obstarten. Darauf aufbauend die einzelnen Schnittarten vom Pflanzschnitt über den Erziehungsschnitt, Instandhaltungsschnitt und Verjüngungsschnitt bis hin zum Sommerschnitt. Weiters erhalten sie Informationen über die Besonderheiten von verschiedenen Baumformen und Pflanzsystemen.

Natürliche Ernährung von Obstgehölzen

Sehr wesentlich ist die Funktion des Bodens als Reservoir an organischen und mineralischen Hauptnährstoffen und Spurenelementen sowie deren Wirkungsweise. Auf die Formen der natürlichen Düngung für die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und damit in weiterer Folge auch die Erhaltung der Fruchtbarkeit der Obstgehölze muss Rücksicht genommen werden.

Beiträge zur Pflanzengesundheit und zur Förderung von Nützlingen:
Maßnahmen zu setzen zur Stärkung der natürlichen Widerstandskraft von Obstarten und Obstsorten gegen Krankheiten und Schädlinge ist ebenso ein Lehrziel wie das Kennen lernen der Besonderheiten von Krankheiten und Schädlingen sowie deren natürlichen Gegenspieler. Die Möglichkeiten der mechanischen und biologischen Schädlingsbekämpfung unter besonderer Berücksichtigung der Förderung von Nützlingen stehen an erster Stelle. Verantwortungsvoller naturnaher Pflanzenschutz im Hausgarten unter Berücksichtigung der ökologischen und biologischen Voraussetzungen ist wichtiger denn je.

Prüfung und Verleihung des Baumwärterausweises

Das Kursprogramm erstreckt sich über ein Jahr und umfasst mehr als 100 Stunden praktischen und theoretischen Unterricht. Nach einem Jahr Praxiserfahrung durch das Ausprobieren des Gelernten kann der Teilnehmer zur Baumwärterprüfung antreten. Wird im theoretischen und praktischen Teil der Prüfung erfolgreich bestanden, erhält der Prüfling den Baumwärterausweis der Abteilung Obst- und Gartenbau der Landeslandwirtschaftskammer für Tirol. Dieser Ausweis zeichnet sein obstbauliches Wissen und Können aus.

Ich hoffe und wünsche für die Zukunft, dass auch weiterhin so viele Liebhaber des Obstbaues diese Ausbildung besuchen, das Gelernte umsetzen und vor Ort an Interessierte weitergeben. Dann braucht uns um das wertvolle Kulturgut des orts- und landschaftsprägenden Obstbaues nicht bang zu sein.