Ohrwürmer

Ohrwürmer (Dermaptera)

Ohrwürmer kriechen nicht in die Ohren von Menschen um sie zu zwicken, sondern lieben Spalten und Ritzen, wo sie sich untertags verstecken können. Weltweit gibt es ungefähr 1300 Ohrwurm-Arten, aber nur neun davon kommen in Mitteleuropa vor. Am häufigsten ist der Gemeine Ohrwurm (Forficula auricularia).

Aussehen: Ohrwürmer erkennt man leicht an ihren Hinterleibszangen. Diese sind bei den Männchen stärker gekrümmt, bei den Weibchen fast gerade. Die Hinterflügel sind unter den Flügeldecken in bis zu 40 (!) Lagen gefaltet verpackt.


Ohrwürmer


Förderung von Ohrwürmern

Entwicklung: Das Weibchen des Gemeinen Ohrwurms legt im Frühjahr in einer selbstgegrabenen Erdhöhle bis zu 100 Eier ab. Die Eier werden bewacht und gepflegt, indem das Weibchen sie laufend wendet und beleckt. Dadurch werden schädliche Keime entfernt und das Gelege vor Austrocknung geschützt. Ohne Pflege verfaulen oder verschimmeln die Eier. Bis zum dritten Stadium verbleiben die Larven mit dem Muttertier in der Höhle, bis sie im Mai das Nest verlassen. Es bilden sich lockere Schlaf- und Fressgemeinschaften, die auch von den ausgewachsenen Ohrwürmern beibehalten werden. Im Herbst suchen die Ohrwürmer geeignete Schlupfwinkel auf (teilweise auch kleine selbstgegrabene, bis 15 cm tiefe Erdgänge), und überwintern dort.

Ernährung: Ohrwürmer gehen in der Dämmerung und in der Nacht auf Beutesuche Sie fressen Spinnmilben, Blattläuse, Blutläuse und andere kleine Insekten. Größere Tiere können in einer Nacht bis zu 120 Blattläuse verzehren! Fehlt tierische Beute, machen sich die Ohrwürmer auch an reife Früchte und Blüten heran.

Förderung: Ohrwürmer kann man fördern, indem man mit Holzwolle oder Stroh gefüllte Tontöpfchen (Blumentöpfe) mit der Öffnung nach unten aufhängt oder ins Gemüsebeet stellt. Sie müssen ab Ende Mai ausgebracht werden und sollten aufgehängt einen Ast berühren. So finden die Ohrwürmer den Zutritt zu einer geeigneten Schlafstätte, schon bevor die Blätter durch Blattläuse eingerollt sind. Ab Ende Juli sollen die Töpfchen wieder entfernt und die Bäume einmal geschüttelt werden, damit sich die Ohrwürmer nach Verzehr der Blattläuse nicht auf pflanzliche Kost heran machen. Förderung von Nützlingen im Freiland

Nützlich gegen: Spinnmilben , Blattläuse , Blutläuse