Wolfsspinnen

Wolfsspinnen (Lycosidae)

Wolfsspinnen sind auf der Bodenoberfläche und in der bodennahen Vegetation aktiv, wo sie verschiedenste Kleintiere (Blattläuse, Fliegen, Käfer) fangen.

Neben den Laufkäfern und Kurzflügelkäfern stellen sie die wichtigste bodenaktive Räubergruppe im Agrarland dar. In Mitteleuropa gibt es etwa 70 verschiedene Wolfspinnenarten, die aber nicht nur im landwirtschaftlichen Kulturland, sondern auch in Wäldern und im Gebirge zu finden sind.

Aussehen: Die grau-braun gefärbten Wolfsspinnen haben einen gedrungenen Körper mit kräftigen Laufbeinen und werden bis zu 20 mm lang. Die vier hinteren Augen weisen eine typisch trapezförmige Stellung auf, an der man sie gleich erkennt.


Weibliche Wolfsspinne mit Eikokon

Entwicklung: Eine Besonderheit zeigen die Wolfsspinnen in ihrem Brutverhalten: Die Weibchen tragen ihre Eier (bis zu 400 Stück!) in einem speziellen Kokon mit sich herum, der am Hinterleib angeheftet ist. Daraus schlüpfen die Jungen, die sich noch eine Weile von ihrer Mutter huckepack herumtragen lassen, und so gut vor Feinden und menschlichen Einflüssen (z.B. Mahd, Bodenbearbeitung) geschützt sind.

Zeitliches Auftreten: Nützlingskalender

Ernährung: Wolfsspinnen bauen keine Netze, wie dies viele andere Spinnen tun, sondern lauern ihrer Beute auf, bespringen sie und lähmen sie mit einem gezielten Giftbiss. Sie erbeuten im Prinzip alle bodenaktiven Kleintiere die sie überwältigen können, sind also keine Spezialisten die nur bestimmte Schädlinge angreifen. Wie alle Spinnen sind auch die Wolfsspinnen reine Fleischfresser, die niemals pflanzliche Nahrung zu sich nehmen und damit auch nicht als Schädlinge auftreten können. Somit kann man sich über jede Spinne freuen, die man findet!

Förderung: Deckung in Form einer lockeren Bodenoberfläche und niederwüchsiger Unkräuter oder Untersaatpflanzen ist für Wolfsspinnen und andere Bodenräuber wichtig. Zusätzliche Unterschlupfmöglichkeiten kann man schaffen, indem man Strohbündel oder Mulchmaterial anbietet, in dem sich die Spinnen gerne aufhalten. Durch das Versetzen der Strohbündel nach einiger Zeit können sogar gezielt Kulturen mit Spinnen "beimpft" werden, wie dies in China praktiziert wird. Förderung von Nützlingen im Freiland

Nützlich gegen: Blattläuse , Thripse , verschiedenste andere Schädlinge, die sich auf der Bodenoberfläche aufhalten